Feiern

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haka6
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Registriert: Fr 28. Aug 2015, 23:06

Feiern

Beitrag von haka6 »

Liebe Leser,

bevor sie gleich - irritiert durch die Überschrift - die Stirn in Falten legen, lesen Sie unseren Denkanstoß bitte bis zum Ende.

Viele Menschen leben so, als ginge der Tod sie nichts an. Der Glaube daran, dass alles immer irgendwie weitergeht, ist weit verbreitet. Vergessen sie's und nutzen Sie jede Stunde.

Als Bestatter hat man das Ende ja immer vor Augen und deshalb lassen wir keine Gelegenheit aus, das Leben zu genießen.

Denkanstoß 25 - Feiern

Erinnern sie sich noch an die Geburtstagsfeiern Ihrer Kindheit und Jugend? Schon Tage vorher war dieses Kribbeln im Bauch zu spüren, die Vorfreude auf eines der wichtigsten Ereignisse des Jahres war immer riesengroß. Wen lädt man ein? Wo feiert man? Wie sieht das Programm aus? Dann natürlich freute man sich auf die Geschenke und auch darauf, einmal uneingeschränkt im Mittelpunkt zu stehen.

Unsere Kindergeburtstage waren Festtage! Wir tollten durch unser Wohnzimmer, spielten, lachten und aßen tonnenweise Kuchen, durften Cola trinken und waren am Ende des Tages völlig erschöpft - vor Glück.

Der erste Stehblues, der erste Kuss und das erste Kölsch. Nach unseren Partys haben wir uns dann als Jugendliche jedes Mal ein Stück erwachsener gefühlt.

In dem Begriff Trauerfeier steckt Feiern auch mit drin. Leider wird das oft ignoriert bzw. vergessen. Man bekommt vom Friedhofsamt einen kurzen Slot in der Aussegnungshalle zugeteilt, in den 20-25 Minuten werden dann vom CD Payer zwei Songs genudelt (Stairway to heaven, Time top say goodbye oder I did it my way), die dem Verstorbenen häufig gar nichts bedeutet haben, ein Trauerredner oder der Pfarrer lässt die wichtigsten Lebensstationen Revue passieren. Dann ein kurzes Gebet und dann ist die sogenannte Trauerfeier auch schon vorbei.

Schade! Warum lässt sich eine Trauerfeier eigentlich nicht genau so frei und unbeschwert planen wie eine Geburtstagsfeier? Warum trifft man sich ein letztes Mal immer auf dem Friedhof? Warum nicht in der Kirche, im Museum, im Sportlerheim oder der Lieblingskneipe des Verstorbenen. Warum spricht oft jemand auf einer Beerdigung, der den Toten gar nicht kannte? Wenn die Atmosphäre nicht so steif wäre, würden sich mehr Leute trauen, Geschichten aus dem Leben des Verstorbenen zu erzählen. Warum muss es auf Beerdigungen immer so steif und förmlich zugehen?

Ja, man ist in Trauer und das Leben ist gerade düster und schwer. Aber genau in einem solchen Moment kann auch sehr viel Trost darin liegen, sich an die guten, die schönen Stunden mit dem Verstorben zu erinnern, auch über die lustigen und schrägen Seiten seines Charakters noch einmal was zu hören und noch ein letztes Mal auf ihn anzustoßen.

Bitte verstehen Sie uns nicht falsch, es geht hier nicht um Klamauk und platte Witzeleien. Es geht darum, aus dem Abschied eine wirkliche Feier zu machen, an die man sich später vielleicht gerne erinnert, weil dem Verstorbenen auf eine besondere Art und Weise Wertschätzung entgegen gebracht wurde und er in Gedanken noch einmal lebendig werden konnte.

Wir haben hier bei uns im Haus der menschlichen Begleitung viele Abschiedsfeiern ohne die üblichen, formelhaften Rituale erlebt. Diese Feiern waren warmherzig und berührend. Die Angehörigen und Freunde haben diese Feiern zwar auch traurig über den Verlust des Verstorbenen verlassen, zu spüren war aber auch, das Glück diesen Menschen gekannt, geschätzt und geliebt zu haben.

Herzlichst

Hanna Thiele Roth David Roth

aus: Denkanstoß 25
PÜTZ-ROTH
Bestattungen und Trauerbegleitung oHG

51465 Bergisch Gladbach

Email: info@puetz-roth.de
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