Mütter: 850.000 Witwenrenten gekürzt

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haka6
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Registriert: Fr 28. Aug 2015, 23:06

Mütter: 850.000 Witwenrenten gekürzt

Beitrag von haka6 »

Rentenversicherung: Mütterrente kann zu Minderung anderer Leistungen führen.

Berlin/Offenbach (sth). Die verbesserte Anrechnung der Erziehung vor 1992 geborener Kinder für die Rente hat zur teilweisen Kürzung von schätzungsweise rund 850.000 Witwenrenten geführt. Darauf hat jetzt die Deutsche Rentenversicherung in einer bisher kaum beachteten Analyse der sogenannten Mütterrenten hingewiesen. Diese Kürzungen seien allerdings keine Negativfolge der Mütterrente, sondern "die Konsequenz aus der rechtlichen Nachrangigkeit anderer Sozialleistungen gegenüber einer Rentenleistung", heißt es in der Studie von drei Statistik-Experten der Rentenversicherer (siehe auch Link unten).

Hinter der für viele betroffene Frauen vermutlich unerwarteten Nebenwirkung der Mütterrente steht die Rangfolge der Rentenansprüche. Vorrangig werden für die Rente alle Ansprüche berücksichtigt, die auf eigener Erwerbsarbeit oder vergleichbaren Tätigkeiten beruhen – zum Beispiel Zeiten der Kindererziehung oder der häuslichen Pflege von Angehörigen. Dagegen gelten Witwen- und Witwerrenten als abgeleitete (Sozial-)Leistungen, die nur dann ganz oder teilweise gezahlt werden, wenn die selbst erworbenen Ansprüche für das Leben im Alter nicht ausreichen. Im Jahr 2014 wurden etwa 79.000 Witwenrenten und rund 428.000 Witwerrenten wegen ausreichender eigener Einkünfte vollständig einbehalten.
Teilweise Kürzung der Mütterrente bei Neurentnerinnen möglich.

Mit einer teilweise gekürzten Mütterrente müssten außerdem manche Frauen (und erziehenden Männer) rechnen, die erst seit dem 1. Juli 2014 wegen Alters oder Erwerbsminderung in Rente gegangen seien, schreiben die Rentenexperten. Grund sei, dass in diesem Fall auch die – für die Rentenhöhe entscheidenden – Entgeltpunkte für Zeiten der Kindererziehung im Falle eines vorzeitigen Rentenbeginns (etwa ab dem 63. Lebensjahr bei langjährig Versicherten) begrenzt werden könnten. Bei etwa 25 Prozent der Mütter vor 1992 geborener Kinder, die im zweiten Halbjahr 2014 in Rente gegangen seien, "fand eine Begrenzung der Entgeltpunkte statt", stellten die Statistiker fest.

Dagegen bekämen Rentnerinnen, die bereits vor dem 1. Juli 2014 im Ruhestand waren, "pauschal einen persönlichen Entgeltpunkt für jedes vor 1992 geborene Kind gutgeschrieben", so die Rentenversicherungs-Experten. Ein Entgeltpunkt entspricht dem Rentenanspruch eines Beitragszahlers, der in einem Kalenderjahr genau durchschnittlich verdient hat (2016: ca. 36.300 Euro).

Mehr zum Thema:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de
Link zum Beitrag über die Folgen der "Mütterrente" in der Zeitschrift "RV aktuell" der Deutschen Rentenversicherung
Autor: Stefan Thissen

aus: vorsorge.de
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