Hoffnungsschimmer, Gedanken, Geschichten

Hoffnungsschimmer, Gedanken, Geschichten
hak40
Site Admin
Beiträge: 35
Registriert: So 16. Aug 2015, 07:02
Wohnort: KÖLN

Re: Hoffnungsschimmer, Gedanken, Geschichten

Beitrag von hak40 » Do 2. Jan 2020, 10:45

Ein Jahr ist zu Ende. Zeit zum Innehalten:
Atem holen, Ballast abwerfen, Missmut und Ärger zurücklassen.
Das Vergangene vergangen sein lassen.
Ja sagen zum Gelungenen.
Das Missglückte annehmen.
Sich versöhnen mit sich selbst und den
Anderen. Gut denken von denen, die ich nicht mag – danken.
Der Mensch wächst durch das, was ihn beunruhigt, nicht durch seine Sicherheiten.

Wir reden miteinander und verstehen uns nicht,
Wie schließen Verträge und vertragen uns nicht,
Wir sprechen von Frieden und rüsten zum Krieg

Ein Jahr beginnt, Ausschau halten:
Träumen nicht wehren, Pläne abwägen.
Ziele stecken – realistisch, aber nicht eng.

Von guten Mächten treu und still umgeben
Behütet und getröstet wunderbar, -
So will ich diese Tage mit euch leben
Und mit euch gehen in ein neues Jahr;
Von guten Mächten wunderbar geborgen
Erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen,
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

ellimic
Beiträge: 144
Registriert: So 16. Aug 2015, 09:11

Re: Hoffnungsschimmer, Gedanken, Geschichten

Beitrag von ellimic » Di 24. Dez 2019, 19:00

Nun sind die Tage da, die viele lieben, manche aber auch fürchten: nichts ist mehr so wie früher, ein lieber Mensch fehlt und hat eine schreckliche Lücke hinterlassen.
An Weihnachten kommt das Licht zurück. Wer schon einmal ein neugeborenes Baby im Arm gehalten hat, weiß, wieviel Hoffnung damit verbunden ist und wie stark man sich in diesem Augenblick selber fühlt. Stark genug, um die Welt zu verändern – oder wenigstens sich selber. Stark genug, allem ins Auge zu blicken.
Die Tage werden wieder länger. Die Dunkelheit weicht zurück: auch ein Hoffnungsschimmer.
Wir wünschen euch ein Weihnachten, in dem ihr Hoffnung und eure eigene Stärke spürt.
Ellen, Sabine, Adolf

ellimic
Beiträge: 144
Registriert: So 16. Aug 2015, 09:11

Re: Hoffnungsschimmer, Gedanken, Geschichten

Beitrag von ellimic » Mo 23. Dez 2019, 14:32

Ich habe gelernt, dass Menschen vergessen werden was du gesagt hast, vergessen werden, was du getan hast, aber die Menschen werden nie vergessen, welches Gefühl du ihnen gegeben hast.

Maya Angelou

hak40
Site Admin
Beiträge: 35
Registriert: So 16. Aug 2015, 07:02
Wohnort: KÖLN

Re: Hoffnungsschimmer, Gedanken, Geschichten

Beitrag von hak40 » Mo 23. Dez 2019, 12:55

Wann fängt Weihnachten an
Wenn der Schwache dem Starken die Schwäche vergibt, 
wenn der Starke die Kräfte des Schwachen liebt,
wenn der Habewas mit dem Habenichts teilt, 
wenn der Laute mal bei dem Stummen verweilt, 
und begreift, was der Stumme ihm sagen will, 
wenn der Leise laut wird und der Laute still, 
wenn das Bedeutungsvolle bedeutungslos, 
das scheinbar Unwichtige wichtig und groß, 
wenn mitten im Dunkel ein winziges Licht
Geborgenheit, helles Leben verspricht, 
und du zögerst nicht, sondern du gehst, 
so wie du bist, darauf zu, 
dann, ja dann fängt Weihnachten an. 
© by Rolf Krenzer

hak40
Site Admin
Beiträge: 35
Registriert: So 16. Aug 2015, 07:02
Wohnort: KÖLN

Re: Hoffnungsschimmer, Gedanken, Geschichten

Beitrag von hak40 » Fr 20. Dez 2019, 15:57

Schneeglöckchen sind zarte Geschöpfe, filigrane erste Boten des Frühlings. Sie halten ihre weißen Köpfchen elegant gen Boden geneigt und sie ‘läuten’ mit ihren Erblühen den Frühling und die wiederkehrende Sonnenwärme ein.

Die kleine Eileen liebt Schneeglöckchen und sucht sie manchmal schon im Januar. Heute ging sie wieder einmal durch den Garten mit ihrem Opa und suchte. Der Opa wusste zwar, dass sie noch keine Schneeglöckchen finden würden, aber er genoss den Spaziergang und die Zeit mit seiner Enkelin. „Ob sie wieder kommen, die Schneeglöckchen ? Sie sind doch so klein und zierlich. Vielleicht sind sie zu schwach.“, fragte die kleine Eileen. 

Der Opa lächelte. „Ein Schneeglöckchen mag zart und zierlich aussehen, aber doch ist es vor allen anderen Blumen bereit, die Sonnen zu begrüßen.“, sagte der Opa zu ihr, „Vor langer Zeit haben manche Blumen das Schneeglöckchen geärgert. Weil es so klein und zierlich war, sagten einige Blumen, es wäre zu klein, zu blass und schwach. Sie meinten, niemand würde das kleine Schneeglöckchen beachten, weil es so klein wäre und die Sonne würde es nicht sehen wollen, weil es so blass, so weiß und zierlich wäre. Da war das Schneeglöckchen traurig und weinte. Doch die Sonne lächelte ihm wohlwollend zu und schenkte ihm seine schönsten und wärmendsten Strahlen. Da beschloss das kleine Schneeglöckchen, für sich einzustehen und als erste Blume die neue Frühlingssonne zu begrüßen. Anfangs lachten manche Blumen und zweifelten.“

„Doch ganz gleich, wie hart oder lang der Winter sein mag, wenn die Frühlingssonne ihre ersten Strahlen schickt und den Boden erweckt, wird ein Schneeglöckchen sich seinen Weg ans Licht erkämpfen. Es wird sich mit aller Kraft durch die Dunkelheit des Bodens arbeiten, um ans Licht zu kommen und die Sonne zu begrüßen. Anfangs reckt es Kopf dem Sonnenlicht entgegen und genießt die erste Wärme und dann senkt es demütig den Kopf und schaut auf den Boden. Es schaut, auf das, was es geschafft hat. Durch den Boden zu brechen, hat es stark gemacht für die noch rauen Winde und die Kälte. Das Schneeglöckchen betrachtet und würdigt, was es in seiner Zeit des Wachsens geschafft hat. Mit Stolz und Ehrfurcht blickt sein Köpfchen daher anmutig auf den Boden.“, fuhr der Opa fort, „Noch bevor die anderen Blumen sich herauswagen und die Sonne sehen, blickt die Sonne voll Stolz auf die Schneeglöckchen. Sie mögen klein und weiß und zierlich sein, doch sie wissen genau, was sie wollen und kämpfen jedes Jahr aufs Neue. Sie sind in ihrem Inneren stark und dafür liebt die Sonne die Schneeglöckchen.“
„Lass Dir nie einreden, Du seiest zu klein, zu schwach oder zart für etwas. Wenn Du etwas erreichen willst, kannst Du wie ein Schneeglöckchen sein.“,
sagte der Opa und umarmte seine kleine Eileen.
„Opa, wenn ich groß bin, werde ich ein Schneeglöckchen sein ...“

ellimic
Beiträge: 144
Registriert: So 16. Aug 2015, 09:11

Re: Hoffnungsschimmer, Gedanken, Geschichten

Beitrag von ellimic » Di 17. Dez 2019, 21:04

„Loslassen“ – was für ein Wort. Es klingt ein bisschen kalt. So, als könne man jederzeit alles aus seinem Herzen verbannen, wenn es einem gerade nicht in den Kram passt.
Dabei ist es doch gar nicht der Gedanke an unsere liebsten Menschen, der uns herunterzieht. Sondern der Gedanke daran, dass er nicht mehr da ist und nie wiederkommen wird. Der Kummer und die Sorge, wie es weiter gehen soll, lassen uns verzagen. Ängste rauben uns den Schlaf. Ja: es sind diese Ängste und Sorgen, die ich gerne loslassen würde. Diese rauben mir die Energie, die ich eigentlich bräuchte, um Mut und Zuversicht in mein Leben zu lassen. Aber den Menschen loszulassen, der mich glücklich gemacht hat – das muss ich nicht tun. Er ist ein Teil von mir und wird es immer bleiben. Dass er mit mir zusammen war, macht mich stolz und selbstbewusst. Warum sollte ich ihn also loslassen? Meine Ängste und Sorgen loszulassen – das ist es, was ich lernen muss. Aber das wird mir auch noch gelingen, denn da ist dieser eine besondere Mensch in meinem Herzen, der mir die Kraft geben wird – sogar jetzt noch.

hak40
Site Admin
Beiträge: 35
Registriert: So 16. Aug 2015, 07:02
Wohnort: KÖLN

Re: Hoffnungsschimmer, Gedanken, Geschichten

Beitrag von hak40 » Mo 16. Dez 2019, 08:08

"Der Schüler ging zum Meister und fragte ihn:
“Wie kann ich mich von dem, was mich an die Vergangenheit heftet, lösen?”
Da stand der Meister auf, ging zu einem Baumstumpf, umklammerte ihn und jammerte:
“Was kann ich tun, damit dieser Baum mich loslässt?”

Gibt uns diese Geschichte nun eine Antwort? Wissen wir nun wie wir loslassen können? Im Grunde ja! Wie in der Geschichte bildlich beschrieben klammern wir uns viel zu oft an Vergangenes und lassen dadurch kaum Platz für etwas Neues. Obwohl der Akt des Loslassen in seiner Grundform sehr einfach ist, fällt es uns teilweise sehr schwer sich von Dingen zu lösen. Sei es das gedankliche Festhalten an frühere Beziehungen oder nur die Aufbewahrung eines Erinnerungsstückes aus der Kindheit.
Es gibt viele Möglichkeiten und gute Ratschläge wie es uns gelingen kann, uns von unserer Vergangenheit oder sogar der aktuellen Situation frei zu machen. Ich möchte aber an dieser Stelle keinen Ratgeber schreiben, sondern euch mit der Aussage des Zen-Meisters alleine lassen, und euch bitten, in Ruhe darüber nachzudenken, wie ihr seine Frage in eurer jetzigen Situation nutzen könnt.
Denkt immer daran:

"Wenn du fliegen willst, musst du loslassen, was dich runterzieht."

ellimic
Beiträge: 144
Registriert: So 16. Aug 2015, 09:11

Re: Hoffnungsschimmer, Gedanken, Geschichten

Beitrag von ellimic » Sa 14. Dez 2019, 19:18

Lange war sie keine feste Begleiterin. Ganz im Gegenteil: nach dem Tod meines liebsten Menschen wollte ich nichts mit ihr zu tun haben: Musik. Vielleicht nur, weil die Tage voller Geräusche waren und ich die Stille zur Erholung brauchte. Vielleicht auch, weil ich mich vor der Emotionalität von Musik fürchtete. Ich weiß es nicht. Nur langsam bekam ich wieder Lust darauf, Musik anzuhören. Mitzusingen, sogar zu tanzen.
Als Spätzünder entdeckte ich das Musikstreaming für mich. Persönliche Hitlisten zusammenzustellen, um sie bei entsprechender Stimmung zu hören, macht mir in letzter Zeit Freude. Ich habe z. B. eine Hitliste („Playlist“) für Zeiten der Traurigkeit und eine für die fröhlichen Momente. Es ist fast so etwas wie die guten alten Kassetten, die ich in meiner Jugend zusammengestellt habe, nur nicht so mühsam. Seitdem ist die Musik wieder mehr Teil meines Lebens, ob bei so etwas Langweiligem wie Kartoffeln schälen, oder wenn ich den Eindruck habe, jetzt wäre eine kleine Stimmungsaufhellung gut. Oder wenn ich im Gegenteil Musik hören möchte, die mir sagt: du bist nicht allein mit deiner Traurigkeit!

ellimic
Beiträge: 144
Registriert: So 16. Aug 2015, 09:11

Re: Hoffnungsschimmer, Gedanken, Geschichten

Beitrag von ellimic » Do 12. Dez 2019, 20:16

Drei Dinge, die heute gut waren:

Ich bin mit dem Bus in die Stadt gefahren. Normalerweise nichts Besonderes. Aber nach Wochen mit eingeschränktem Bewegungsradius ist das wie eine kleine Befreiung. Wie eine Welten-Eroberin komme ich mir vor!

Zur Weihnachtsfeier des Sportvereins von Kind1 gestern abend bin ich nicht mitgegangen. Aber es hat mir etwas mitgebracht. Heute mittag hatte ich eine tolle Mousse au Chocolat zum Nachtisch!

Ich bin erleichtert: habe einen lange vor mir hergeschobenen Brief geschrieben. Seltsam, dass ich, obwohl doch mit dem Tod vertraut, immer wieder um Worte ringen muss, die dem Empfänger nicht inhaltsleer und unpersönlich vorkommen. Ich hoffe, ich habe die richtigen gefunden.

hak40
Site Admin
Beiträge: 35
Registriert: So 16. Aug 2015, 07:02
Wohnort: KÖLN

Re: Hoffnungsschimmer, Gedanken, Geschichten

Beitrag von hak40 » Do 12. Dez 2019, 08:47

Die drei Siebe
Ein Mann sagte zum weisen Sokrates: "Höre, Sokrates, das muss ich dir unbedingt erzählen!" "Halte ein!" unterbrach ihn der Weise, "hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?"
"Drei Siebe?", fragte der andere voller Verwunderung.
"Ja, guter Freund! Lass sehen, ob das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe hindurchgeht: Das erste ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es auch wirklich wahr ist?"
"Nein, ich hörte es erzählen und ..."
"So, so! Aber sicher hast du es im zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst gut, oder könnte es jemandem schaden?"
Zögernd sagte der andere: "Nein, im Gegenteil .."
"Hmmm", unterbrach ihn der Weise, "so lasst uns auch das dritte Sieb noch anwenden. Ist es wirklich notwendig, dass du mir das erzählst?"
"Notwendig nun gerade nicht ..."
"Also, sagte lächelnd der Weise, "wenn es weder wahr noch gut noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit."
(Autor unbekannt)

Antworten